Bundesregierung plant weitere Gängelung der Wassersportler und Segler im Speziellen
Schon seit Tagen verfolge ich interessiert die Diskussion um die Verschärfung der Sportbootschifffahrt, wie es derzeit von der Bundesregierung wohl geplant wird. Die Yacht hat dies nun bereits vor einer Woche schon veröffentlicht. So plane die Bundesregierung, laut Yacht, weitere Restriktionen gegen Wassersportler. Da sich das alles nun zuspitzt und auch der deutlich verschärft, unterbreche ich mein Schweigen aufgrund des Gewinnspiels und nehme zur aktuellen Diskussion Stellung und beleuchte das Thema auch von einer anderen Seite her.
Von einer generellen Registrierungspflicht der Yachten (am Bodensee schon seit Jahrzehnten Alltag) auf Seeschifffahrtsstraßen , einer „folgenschweren“ Ausrüstungspflicht und einem völlig verschärftem Führerscheinwesen ist die Rede. Di Yeacht schreibt weiter, dass die Wassersportverbände fleißig mit planen würden, da sich ihnen so neue Einnahmequellen erschließen würden. Der Deutsche Segler Verband (DSV) dementiert dies zwar auf seiner Internetseite, bleibt aber in der einen oder anderen Begründung dann doch sehr schwammig.
Als Segelschule, die eng mit dem DSV zusammen arbeitet (da Prüfungskommission für Sportbootführerscheine und UKW Funk SRC/UBI), werde ich auf dieses Thema nicht weiter eingehen und verweise auf die einschlägigen Foren, wo sehr heiß über dieses Thema und mögliche Sanktionen gegen die Dachverbände diskutiert wird.
Speziell im Sportbootführerscheinwesen soll kräftig zugeschlagen werden. So soll der praktische Teil erheblich ausgebaut werden. Von Pflichtstunden und Nachtfahrten ist die Rede; der theoretische Teil soll auch alles andere als vom Umfang her reduziert werden. Noch dazu soll der Gültigkeitsbereich des amtlichen Sportbootführerschein See eingeschränkt werden. Alles in allem liest sich der entsprechende Yachtartikel (der definitiv lesenswert ist) wie eine Auflistung aller erdenklichen Grausamkeiten, die man einem Segler (auf dem Meer/an der Küste) antun kann. Einziger Erfolg solcher Maßnahmen wird die Stärkung ausländischer Charterunternehmen und Segelschulen sein, die heimischen Betriebe hingegen werden weiter geschwächt und der Weg des Segelsports in Richtung Trendsport behördlich verhindert. Danke!
Ebenso klingt das Ganze wie eine Stärkung der ohnehin schon stark vorhandenen Machtposition der Verbände. Ist dann eine Ausbildung nur noch bei DSV anerkannten Segelschulen möglich? Und um DSV anerkannte Ausbildungsstätte zu sein, muss man erst mal richtig tief in die Tasche greifen. Ob das alles dann einer guten Seemannschaft und Sicherheit dienlich ist, wenn man möglichst gewinnorientiert die Schüler schnell und mit möglichst wenig Aufwand (und damit kostensparend) durch die Prüfungen schleifen muss, bleibt fraglich. Gerade wir hier am Bodensee sehen, dass es deutliche Qualitätsunterschiede in der Segelausbildung bei einigen Segelschulen gibt. Selbstredend, dass die „freien“, nicht dem DSV direkt angeschlossenen, Segelschulen nicht zu den schwarzen Schafen gehören. Hier wird um die Schüler (Kunden) durch Qualität gekämpft und da spreche ich nicht nur für die Bodensee Segelschule Wasserburg.
Jetzt habe ich mich doch wieder aus dem Fenster gelehnt. Doch zurück zur aktuellen Debatte. Neben der von der Yacht initiierten Protestaktion hat sich nun auch die FDP abermals zu Wort gemeldet. Klar, die freien Demokraten sehen hier direkt ihr potentielles Wahlklientel bedroht. So meldete sich gleich der FDP Vorsitzende Dr. Guido Westerwelle him self zu Wort und ruft alle Wassersportler zu weiterem Protest auf. Gleich nachgelegt wurde dann ein Antrag der FPD Fraktion im Deutschen Bundestag mit dem Titel „Sport- und Freizeitschifffahrt in Deutschland erleichtern“. Dieser Antrag schießt zwar meiner Meinung wiederum auf der anderen Seite über das Ziel hinaus (gibt es bei einem Thema zwei entgegengesetzte Ziele?), aber wenn man aus beiden Vorstellungen und Richtung einen Mittelweg/Konsens finden würde, wäre etwas brauchbares und vernünftiges geschaffen: der Status Quo! Eventuell könnte man noch um eine minimale Vereinfachung des doch sehr theorielastigen Sportbootführerschein See nachgedacht werden. Das wäre es dann aber auch!
Ich bin mal gespannt, was bei der ganzen Diskussion rauskommen wird. Leider gibt es in diesem schmalen Segmentbereich keine Blogs, zumindest habe ich bis dato keine gefunden, die ebenfalls über dieses Thema schreiben. Wenn doch, bitte melden, oder einfach auch so hier mitdiskutieren, was haltet ihr denn davon? Wie ist eure Position zu diesem Thema?
EDIT:
Habe gerade doch noch etwas zum Thema in einem “Blog” gefunden. Und hier;


[...] den Wassersportlern antun. Hintergründe und weitere Informationen habe ich in meinem Segelschul-Blog [...]
Pingback von Bundesregierung will Sportbootführerschein verschärfen! - Projekt 5 Prozent — 29. März 2007 @ 00:06